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Weil das Leben hier ein Geschenk ist


Das Leben ein Geschenk

Diese Woche hatte ich Geburtstag, er hat für mich mittlerweile eine ganz besondere Bedeutung.

Die Empfehlung zur weiteren Abklärung auf Krebs ...

Im Jahr 2010 saß ich genau an meinem Geburtstag beim Arzt. Ich weiß heute nicht mehr, warum ich früher ausgerechnet diesen Tag wählte, um erneut mit meinen Beschwerden zum Arzt zu gehen. Ich wurde damals noch darauf angesprochen, warum ich mich an meinem Geburtstag untersuchen lasse.


Es sollte mein Geburtstag sein, an dem ich die Nachricht bekam, dass es weitere Untersuchungen erfordert, um abzuklären, ob ich Krebs habe. Also erfuhr ich genau an meinem Geburtstag, dass ich einen Termin zur Abklärung im Krankenhaus bekomme.


Wie sich dann leider herausstellte hatte ich Brustkrebs. Ich musste länger auf mein Ergebnis warten, als ursprünglich angegeben und bis zuletzt blieb die Hoffnung, dass die Nachricht eine gute Nachricht ist.


Die schlechte Nachricht "Krebs" bei der Arbeit

Aber leider waren es keine guten News, die mich während der Arbeit erreichten.

Ich war im Büro und es kam der lang ersehnte Anruf aus dem Krankenhaus. Das Untersuchungsergebnis zeigte bedauerlicherweise, dass es Krebs ist.


Die weitere Vorgehensweise wurde mir in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Ich war damals 27 Jahre alt und mein ganzes Leben noch vor mir. Aber dieses Ergebnis hatte die Kraft, mich mit voller Wucht aus meinem Leben zu schmeißen.


Nachdem der Anruf zu Ende war, beendete ich tränenüberströmt auch meinen Arbeitstag und machte mich auf den Weg nach Hause. Ich fühlte mich sehr alleine mit dieser Nachricht.


Meine ganzen Zukunftspläne fielen wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ich wusste nicht, was das für mich bedeuten würde und welche Überlebenschancen ich hatte. Das stellte sich final erst 1 Woche nach der Operation heraus. Bis dahin war es ein Zittern und Warten, ungewiss, wie der weitere Behandlungsplan ist und was ich wohl alles über mich ergehen lassen muss.


Auf der Frauenstation - eine sehr eindrückliche Zeit

Während meiner Zeit im Krankenhaus auf der Frauenstation sah ich sehr viel Leid, das mich sehr berührte. Ich hatte damals noch kein Kind oder eine eigene Familie, wie die anderen Frauen in meinem Zimmer. Aber die Kinder und Familienväter standen sorgenvoll an den Betten ihrer geliebten Mutter und der geliebten Ehefrau.


Meine eigene Diagnose war damals besser als die Diagnosen vieler auf der Station. Für mich sollte es eine Durchlaufstation bleiben und nicht der Ort, an den ich immer wieder zurückkehren musste.


Meine Zeit im Krankenhaus war damals sehr eindrücklich. Plötzlich ist das Leben "auf null gestellt". Was früher so viel Bedeutung hatte, rückte auf einmal komplett in den Hintergrund. Für kein Geld der Welt kann sich hier jemand gesund kaufen. Fragen wurden in mir laut, die ich mich so nie gefragt habe.


Über die Bedeutung des Lebens und der veränderte Blick


Wenn ich mich in den nächsten Wochen verabschieden müsste, welche Bedeutung hatte dann mein Leben?


Würde ich wie ein Stern am Himmel einfach verblassen?


Habe ich mit meinem Leben nicht nur genommen, sondern auch gegeben?


Weiß ich wer ich bin und warum ich das tue was ich tue?


Warum habe ich meinen Beruf gewählt und füllt er mich wirklich aus?


Mit einem Schlag veränderte sich mein Weltbild. Dort im Krankenbett bemerkte ich, dass ich nur wenig Zeit in Freundschaften und wahren Begegnungen investierte. Dass ich seither nicht machte, wofür mein Herz schlug.


Ich wichtige Momente verpasste, weil mir andere Dinge wichtiger waren. Ich flehte Gott an, auch wenn ich es nicht wirklich verdiente, weiterleben zu dürfen. Die Chance zu bekommen meine Entscheidungen anders zu treffen. Das Leben als ein Wunder zu sehen, das in Gottes Hand ist und ich es niemals begreifen werde.


Die Krebsdiagnose löste eine Veränderung und ein Umdenken in mir aus. Heute habe ich einen anderen Blick auf mein Leben und die Zeit, die mir geschenkt wurde. Ich weiß, dass meine Zeit hier auf der Welt begrenzt ist und ich sie als Geschenk Gottes an mich betrachten darf. Und es liegt in meiner Hand, was ich mit diesem Geschenk mache und ob ich es mit anderen teile.


Ich habe meinen Geburtstag lange nicht gefeiert, aber heute und mit allem was ich weiß, feiere ich meinen Geburtstag und lade all meine Lieben ein. Ich möchte das Leben feiern und nicht als selbstverständlich hinnehmen.







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