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Tage wie dieser


Chaos; Tage wie dieser

Wer kennt sie nicht, diese Tage? Meistens fangen sie gut an. Voller Überzeugung, dass heute ein guter Tag wird, stürze ich mich in die Arbeit. Zuvor kam eine Einladung meiner Führungskraft und der Hinweis, dass persönliche Anwesenheit wünschenswert wäre.

Ich ahnte, dass dieser Termin eine Veränderung für mich und alle Beteiligten mit sich bringen würde. Also machte ich mich am Donnerstag vergangene Woche auf den Weg ins Büro. Zusammen mit meinem direkten Vorgesetzten, der Sekretärin und einem Kollegen aus dem Nachbarteam, war ich eine der wenigen Anwesenden. Die Neugierde hat mich an diesem Tag angetrieben, außerplanmäßig ins Büro zu fahren. Es hat sich auch gelohnt, wie es sich nach der Sitzung herausstellte, da eine Umstrukturierung mit Veränderung der Teams und Aufgaben angekündigt wurde.

Ich für meinen Teil sehe dieser Veränderung positiv entgegen, da sie auch eine große Chance mit sich bringt - soweit zum richtig guten Teil des Tages.


Nach der Sitzung erinnerte ich mich daran, dass mein Sohn mich in der Mittagspause anrufen und mir den Zwischenstand seines weiteren Tagesablaufs durchgeben wollte, denn am Morgen war er sich nicht sicher, ob er wohl Mittagsschule hat oder nicht. Wenn nicht, dann wäre er normalerweise in die Ganztagsbetreuung gegangen - so der Plan. In der Mittagspause kam jedoch kein Anruf. Ich habe kurz innegehalten und überlegte mir, ob es Gründe gab, warum er sich nicht meldete. Dann habe ich aber den Gedanken, dass er auf andere Ideen als die ausgemachte kam, schnell wieder verworfen. Da kann nichts schiefgehen, wir haben es schließlich genau besprochen, so mein Gedanke. Also stempelte ich nach meinem vollen Arbeitstag am Nachmittag aus und fuhr direkt zur Schule, um pünktlich am abgemachten Treffpunkt zu sein. Aber wer war wohl nicht am Treffpunkt?


1000 Gedanken gingen mir durch den Kopf, weder die Schule noch seine Schulfreunde wussten Bescheid. So stand ich wartend an der Schule und die Minuten fühlten sich wie Stunden an. Ich fuhr nach Hause, da fand ich meinen Sohn völlig entspannt vor dem Fernsehen sitzen. Meine Aufregung über die fehlgeschlagene Vereinbarung konnte er nur in Teilen nachvollziehen, was mich noch viel wütender machte.


Nachdem sich mein Puls endlich etwas beruhigt hatte, fiel mir ein, dass ich noch kurz die Sportwäsche für den nächsten Tag waschen wollte. Gesagt, getan. Nur leider hörte ich, nach der auf der Waschmaschine angezeigten Zeit, den Signalton für den erfolgreich abgeschlossenen Waschgang nicht. Wie sich schnell herausstellte, berechtigterweise. Anstelle von frisch gewaschener Wäsche kam eine Fehlermeldung und die Wäsche stand bei verriegelter Tür im Wasser der Waschmaschine. Sämtliche Versuche die Waschmaschine zu öffnen scheiterten. Am Ende kamen meine Nachbarn zu Hilfe, so kam ich zumindest an unsere Wäsche und konnte sie vom Wasser befreien. Dafür wurde mein Bad geflutet, aber einen Tod muss man bekanntlich sterben. Nachdem ich alles aufgewischt hatte, fiel ich viel zu spät, genervt und völlig erschöpft ins Bett. Mein letzter Gedanke -


Gott sei Dank haben auch Tage wie dieser ein Ende.


Kurze Anmerkung: Ich habe diesen Beitrag mit einem Lächeln im Gesicht geschrieben. Heute kann ich über diesen Tag lachen.

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